AUSZEICHNUNG


Dieter Trey ist bester Hauptdarsteller

 

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Dieter Trey wurde für sein Schauspiel in der Rolle des an Alzheimer erkrankten Amandus im Stück „Honnig in'n Kopp“ ausgezeichnet. Er spielte an der Seite der ebenfalls großartigen Jenna Howe.                                                                                                                                                    Bild: Sandra Binkenstein

 

Der Bockhorner hat die Zuschauer mit seiner Darstellung des alzheimerkranken Amandus zu Tränen gerührt. Für diese Leistung wurde der Schauspieler des Niederdeutschen Theaters Neuenburg jetzt geehrt.NEUENBURG Es ist die Rolle seines Lebens – „Bis jetzt!“, wie Dieter Treybetont. Beim Stück „Honnig in’n Kopp“ des Niederdeutschen Theaters Neuenburg spielte er den Amandus, der an Alzheimer erkrankt ist. Hunderte Zuschauer hat er bei den stets ausverkauften Vorstellungen in Neuenburg zu Tränen gerührt. Jetzt wurde der Bockhorner für seine große schauspielerische Leistung ausgezeichnet. Beim 1.


Theaterfestival für „Neue Niederdeutsche Dramatik“ in Cuxhaven hat die Jury ihn zum besten männlichen Hauptdarsteller gekürt.
Bei diesem Theaterfestival, das der Niederdeutsche BühnenbundNiedersachsen und Bremen ausgerichtet hat, sind das Niederdeutsche Theater Delmenhorst und die Delmenhorster Jugendtheatergruppe aufgetreten, außerdem das Niederdeutsche Theater Braunschweig, die Tanzakademie am Meer Wilhelmshaven, das Kolping- Theater Haselünne und eben das Niederdeutsche Theater Neuenburg.

Eine Delegation des Neuenburger Theaters ist nach Cuxhaven gefahren und hat sich die Stücke aller teilnehmenden Gruppen im Stadttheater Cuxhavenangesehen. „Die Konkurrenz war wirklich groß“, sagt Dieter Trey. „Ich war überwältigt, als ich als bester männlicher Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde. Ich habe damit nicht gerechnet. Aber das ganze Team des Neuenburger Theaters stand hinter mir.“

Das bewegende Stück „Honnig in’n Kopp“ kam im Oktober vergangenen Jahres auf die Bühne im Neuenburger Vereenshuus. Das Stück basiert auf dem Film „Honig im Kopf“, einem Film von und mit Til Schweiger, den sich Millionen Kinobesucher angeschaut haben. In dem Stück geht es um das Mädchen Tilda (Jenna Howe) und ihren Opa Amandus (Dieter Trey), die eine sehr enge Verbindung haben. Amandus ist an Alzheimer erkrankt und baut nach dem Tod seiner Frau immer mehr ab. Deswegen nimmt ihn Tildas Familie bei sich auf. Doch seine Krankheit stellt Tildas Eltern Niko (Rolf Renken) und Sarah (Carmen Fastenau) auf manch harte Probe – zumal beide sehr mit sich und ihrer Arbeit beschäftigt sind und auch in ihrer Ehe nicht alles rund läuft. Allein Tilda schafft es, ihrem Opa mit Verständnis zu begegnen. Als Niko seinen Vater in seiner Verzweiflung in einem Heim anmelden will, entführt Tilda Amandus kurzerhand auf eine Reise nach Venedig.


René Schack hat bei dem Stück Regie geführt. „Der Regisseur hat mir sehr geholfen, mich in die Rolle des Amandus einzufühlen. Sonst hätte ich die Rolle so gar nicht umsetzen können“, sagt Dieter Trey bescheiden.


aus NWZ: 30. Mai 2018. Sandra Binkenstein

 


 
 
 
Bühnenbund geht neue Wege
        
       Aus- und Fortbildung der Spielleiter in Kursform
 
 
WILHELMSHAVEN - Am vergangenen Wochenende hat das Präsidium des Niederdeutschen Bühnenbundes Niedersachsen und Bremen (Bühnenbund) seine traditionelle Nikolaus-Tagung in Oldenburg durchgeführt. Unter der Leitung von Präsident Arnold Preuß (Theater am Meer, Wilhelmshaven) galt es eine umfangreiche Tagesordnung abzuarbeiten, bei der es neben der Verteilung von Landes-Zuschüssen an die 15 Mitgliedsbühnen und Theater des Bühnenbundes hauptsächlich um neue Wege in der Aus- und Fortbildung der bühneneigenen Regisseure (Spielleiter) ging.

Zusätzlich zur Zuschuss-Gewährung für die Beschäftigung von Profiregisseuren an den Niederdeutschen Bühnen und Theatern wird der Bühnenbund künftig in kompakten Qualifizierungsmaßnahmen die eigenen Regisseure an den Bühnen, die sogenannten Spielleiter, im Aufgabenfeld der Regie ausbilden. In einem Wochenkurs werden in vollzeitlicher Fortbildung die Themenfelder Theatergeschichte, Ästhetik, Werk- bzw. Textanalyse, Dramaturgie, Bühnenraum, Bühnenbild, Sprecherziehung, Körpertraining, Bewegungsunterricht und Rollenarbeit vermittelt. Der Bühnenbund hat für diese neue und intensive Art der Qualifizierung der Regisseure der Niederdeutschen Bühnen und Theater federführend die Regisseurin und Schauspielerin Freia Marten, Kiel, verpflichtet.

„Mit dieser neuen Ausbildungsmaßnahme setzten wir weiter konstant auf eine Verbesserung der Qualität unserer Arbeit“, sagt Arnold Preuß. „Besonders erfreulich ist, dass wir mit der Qualifizierung unserer eigenen Regisseure, eine Maßnahme aus unserer Zukunftswerkstatt vom September 2016 zeitnah umsetzen.“

Neben der Qualifizierung der Spielleiter wurde auch das Seminarprogramm 2017 beschlossen, welches inhaltlich vom Leiter der Geschäftsstelle Herwig Dust (August-Hinrichs-Bühne, Oldenburg) vorbereitet war. Neben den üblichen Fortbildungsmaßnahmen wie „Masken und Schminken“, „Darstellerschulung“, „Beleuchtung“ und „Öffentlichkeitsarbeit“ werden im Seminarprogramm 2017 als neue Angebote Kurse wie „Slapstick und Komik im Schauspiel“, „Theaterfotografie“, „Der Körper als Instrument“ und „Das Vereinsrecht einschließlich Neue Medien“ enthalten sein. Herwig Dust konnte berichten, dass der Wunsch nach Aus- und Fortbildung an den Theatern und Bühnen nach wie vor ungebremst sei und diese Tatsache ein Garant sei für die Qualität der Arbeit an den einzelnen Bühnen.

„Das zum neunten Male stattfindende Jugendtheaterfestival des Bühnenbundes wird für das Jahr 2017 nach Nordenham vergeben“, konnte Präsidiumsmitglied Astrid Gries (TiO, Osterholz-Scharmbeck) berichten. „Sobald letzte organisatorische Absprachen getroffen sind, wird die Ausschreibung an die Mitgliedsbühnen gehen, die sich dann jeweils mit einer ca. 30-minütigen Produktion ihrer Jugendtheatergruppe vorstellen werden“, so Gries. „Auch bei der neunten Auflage, die vom 9. – 11. Juni 2017 stattfinden wird, sind über 200 Teilnehmer zu erwarten, die spannendes, phantasievolles niederdeutsches Theaterspiel bieten werden“.

Ein ebensolches interessantes Angebot erwartet der Bühnenbund auch von seinem ersten Theaterfestival bei dem die neue niederdeutsche Dramatik im Vordergrund stehen wird. Im Mai 2018 sollen in Cuxhaven an drei Wochenend-Tagen niederdeutsche Uraufführungen bzw. niederdeutsche Erstaufführungen gezeigt werden.

„Wir wollen durch dieses Festival, bei dem wir auch Preise für die besten Haupt- und Neben-Darsteller vergeben werden, die Bühnen ermuntern, sich den vielen neuen Stücken anzunehmen und nicht immer nur auf die alten, bewährten Klassiker zurückzugreifen“, so Bühnenbunds-Präsident Preuß. „Die Niederdeutsche Dramatik ist in den letzten Jahren um viele neue Stücke bereichert worden, diese vielen Perlen hätten es verdient, dass man sie an die Öffentlichkeit holt.“
AP